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TOTALPROTHESE

Trotz der großen Fortschritte, die im Bereich der Zahnerhaltung und der Implantologie in den letzten Jahrzehnten erzielt worden sind, kommt der Totalprothese nach wie vor eine große Bedeutung zu. Unter einer klassischen Totalprothese versteht man einen herausnehmbaren Ersatz sämtlicher Zähne, der rein auf der Mundschleimhaut abgestützt ist. Die Haftung der Prothese erfolgt über einen Ventil-/Saugeffekt der Prothese an der Mundschleim-haut, ähnlich einem Saugnapf. Die Totalprothese besteht aus einer „Saugplatte“ aus Kunststoff, auf der die ebenfalls aus Kunststoff (z.T. mit Keramikschale) bestehenden Prothesenzähne aufgestellt sind. Bei der Herstellung einer Totalprothese bedarf es mehrerer Schritte: Abdruck – Bißnahme + Funktion – Ästhetik

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  • Abdruck

    Der Schlüssel zu einer gut passenden Totalprothese ist ein Präzisionsabdruck des Kiefers. Dieser muss nicht nur alle Details des Kiefers in Ruhe darstellen, es müssen auch die Bewegungen der Wangen- und Gesichtsmuskulatur in den Abdruck eingearbeitet werden. Nur so können spätere Probleme wie schlechter Halt oder Druckstellen vermieden werden. Da der Abdruck so wichtig ist, wird er in zwei Schritten gemacht. Der erste Schritt ist ein Vorabdruck des Kiefers. Auf diesem Modell wird dann ein individueller Abdrucklöffel hergestellt, mit dem der eigentliche Funktionsabdruck erfolgt.

  • Bißnahme

    Um die Funktion der Totalprothese zu gewährleisten, muss die Bisssituation exakt bestimmt und in vielen Fällen auch neu eingestellt werden. Das betrifft vor allem die Bisshöhe, die durch den Zahnverlust meistens abgesunken ist, aber auch die Position Oberkiefer und Unterkiefer zueinander. In Form von Wachswällen auf einer Bissschablone wird die Bisslage bestimmt, das erfordert vom Behandler viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Der Zahnarzt führt den Kiefer und damit auch das Kiefergelenk in die richtige Position und beugt damit späteren Beschwerden in diesem Bereich vor.

  • Ästhetik

    Nun kann mit der Aufstellung der Zähne begonnen werden. Hier besteht auf Grund der vielen Zahnformen und Farben individuelle Gestaltungsmöglichkeit und  so können  individuelle Kunstwerke entstehen, die von natürlichen Zähnen kaum zu unterscheiden sind.

  • Prothesenhalt und Kaukomfort

    Selbst bei bestmöglicher Ausführung der Prothesenherstellung durch Zahnarzt und Zahntechniker können, sowohl was den Halt als auch die Kaufähigkeit betrifft, Probleme auftreten. Im Oberkiefer empfinden viele Patienten die Abdeckung des Gaumens mit Kunststoff  störend, auch die Geschmacksfähigkeit leidet. Um eine „gaumenfreie“ Versorgung des Oberkiefers zu erzielen sind mindestens 4, besser aber 6 Implantate notwendig. Im Unterkiefer liegen häufig Kieferverhältnisse vor, bei denen ein zufriedenstellender Halt der Prothese nicht zu erreichen ist. In diesem Fall kann der Prothesenhalt durch Verankerung auf  2 oder 4 Implantaten erreicht werden.

TEILPROTHESEN

Unter einer Teilprothese versteht man den Ersatz einzelner Zähne  oder Kieferabschnitte, die auf einem Gerüst (in der Regel aus Metall) abgestützt sind. Oft werden Teilprothesen auf Kronen mit Halteelementen, sogenannten Klammerzahnkronen, verankert. Dies ermöglicht zum einen einen  präzisen Prothesensitz, zum anderen beugt die Überkronung der Entstehung von Karies unter der Prothesenklammer vor.
Teilprothesensind eine wichtige Behandlungsoption für Patienten, bei denen ein festsitzender Zahnersatz auf den eigenen Zähnen nicht mehr möglich ist, und bei denen aus medizinischen Gründen keine Implantate gesetzt werden können.
Durch Verankerungselemente wie Geschiebe und  auf Klammerzahnkronen eingearbeitete Auflagen kann man einen sehr guten Prothesensitz erreichen.
Das Prothesengerüst wird in der Regel aus einer Metalllegierung hergestellt. Bei Patienten mit einer Unverträglichkeit/Allergie auf Metallbestandteile besteht die Möglichkeit, das Prothesengerüst aus einem Hochleistungskunststoff herzustellen.

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